Polyneuropathie
Polyneuropathie ist eine Erkrankung bzw. Schädigung mehrerer peripherer Nerven (also Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark). Diese Nerven sind zuständig für Gefühl, Bewegung und autonome Funktionen (z. B. Schwitzen, Kreislauf).
Wie fühlt sich Polyneuropathie an?
- Kribbeln, Taubheit, „Ameisenlaufen“ – oft an Händen und Füßen
- Brennende oder stechende Schmerzen
- Unsicherer Gang, Stolpern, „wie auf Watte laufen“
- Feinmotorikprobleme (Knöpfe, Reißverschluss)
- Manchmal Muskelkrämpfe oder Schwäche
Wie hängt Polyneuropathie mit Krebs zusammen?
Bestimmte Krebstherapien können eine Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN) auslösen. Sie tritt laut Leitlinien bei bis zu 68 % der Krebspatient:innen auf, die neurotoxische Chemotherapeutika erhalten. CIPN kann Alltag, Schlaf und Sturzrisiko beeinflussen – und kann manchmal eine Dosisanpassung der Therapie erforderlich machen.
Wie wird Polyneuropathie behandelt?
- Das ärztliche Team fragt nach Symptomen und prüft Ausmaß (Sensibilität, Reflexe, ggf. Nervenleitfähigkeitsmessung).
- Je nach Schweregrad kann eine Dosisanpassung oder -pause notwendig sein (Nutzen-Risiko-Abwägung).
- Teilweise können Symptome medikamentös reduziert werden.
- Supportive Maßnahmen: Physio-/Ergotherapie, Sturzprophylaxe, Alltagshilfen.
Worauf muss bei Polyneuropathie geachtet werden?
- Füße/Hände schützen: Temperatur, Druckstellen vermeiden, gutes Schuhwerk.
- Bewegung/Physio: Stabilität, Kraft, Gleichgewicht trainieren – senkt das Sturzrisiko.
- Bei Taubheit: Bewusst auf Verletzungen achten (Wunden und Blasen werden sonst übersehen).
Quellen:
- Leitlinienempfehlungen zur Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (AWMF)
- Klinische Praxisleitlinien zu neurotoxischen Nebenwirkungen systemischer Krebstherapien (Annals of Oncology, 2020)
- Aktualisierte Leitlinie zu Prävention und Management der CIPN bei Krebsüberlebenden (Ascopubs)
- Überblick zu Nebenwirkungen der Krebsbehandlung (Krebsinformationsdienst, DKFZ)
