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Pacing

Der Begriff Pacing kommt aus dem Englischen (to pace oneself = sich die eigenen Kräfte einteilen) und meint ein vorausschauendes Energiemanagement. Bei einer krebsbedingten Fatigue hilft diese Methode dabei, mit den schwankenden Kraftreserven im Alltag umzugehen. 

Statt die verbleibende Energie auf einmal aufzubrauchen, geht es beim Pacing darum, Aktivität und Erholung gezielt abzuwechseln – damit der Körper nicht immer wieder ins totale Leistungstief rutscht. 

Das Problem: Der Boom-and-Bust-Zyklus 

An Tagen, an denen es während oder nach einer Therapie etwas besser geht, möchtest du möglichst viel erledigen. Der Haushalt, Papierkram, Treffen mit Freund:innen – alles wird auf einmal angepackt. 

Die Folge ist oft ein massiver Erschöpfungseinbruch (Crash), der Tage dauern kann. In der Medizin spricht man vom Boom-and-Bust-Zyklus (Überlastung und Zusammenbruch). Pacing unterbricht diese Spirale. 

Wie funktioniert Pacing im Alltag? 

  • Frühzeitig stoppen: Du legst eine Pause ein, bevor die Erschöpfung voll da ist. Das erfordert Übung, schützt aber vor dem Crash. 
  • Prioritäten setzen: Welche Aufgaben sind heute wirklich nötig? Was lässt sich verschieben, vereinfachen oder an Angehörige abgeben? 
  • Die Löffel-Theorie nutzen: Die sogenannte “Spoon Theory” vergleicht Energie mit einer festen Anzahl an Löffeln pro Tag. Jede Handlung – vom Duschen bis zum Arztgespräch – kostet Löffel. Wer sie morgens alle ausgibt, hat nachmittags keine mehr übrig. 
  • Aktivitäten anpassen: Aufgaben können in kleine Häppchen zerlegt werden. Anstatt die ganze Wohnung zu putzen, wird nur ein Raum gemacht – oder das Schnippeln beim Kochen einfach im Sitzen erledigt. 
  • Feste Ruhezeiten einplanen: Pausen sind keine Niederlage, sondern fester Teil des Tagesablaufs. Sie dienen der Vorbeugung, nicht der Schadensbegrenzung. 

Pacing heilt die Fatigue nicht. Es hilft aber dabei, den Alltag wieder verlässlicher zu gestalten und dem Körper genau die Kontrolle zurückzugeben, die er während der Erkrankung braucht. 

Quellen & Links: 

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