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Komplementärmedizin

Komplementärmedizin bezeichnet Behandlungsverfahren, die ergänzend zur wissenschaftlich fundierten Standardtherapie eingesetzt werden – also nicht als Ersatz, sondern parallel dazu. 

Rund die Hälfte aller Krebspatient:innen nutzt im Verlauf ihrer Erkrankung mindestens ein komplementärmedizinisches Verfahren. Das Interesse ist groß – und damit auch der Bedarf an seriöser Einordnung. 

Welche Verfahren zählen zur Komplementärmedizin? 

Die S3-Leitlinie Komplementärmedizin (2024) unterteilt die Methoden in folgende Kategorien: 

  • Medizinische Systeme: Akupunktur, Akupressur, anthroposophische Medizin, Homöopathie, klassische Naturheilverfahren 
  • Manipulative Körpertherapien: Osteopathie, Massagen, Sport- und Bewegungstherapien, Hydrotherapie 
  • Geist-Körper-Verfahren (Mind-Body): Tai Chi, Qigong, Meditation, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), Yoga 
  • Biologische Therapien: Pflanzliche Produkte, Vitamine, Mineralstoffe, Heilpilze, Misteltherapie, Krebsdiäten 

Was kann Komplementärmedizin – und was nicht? 

Komplementärmedizin kann in der Onkologie unterstützen, nicht heilen. Es gibt Hinweise, dass bestimmte Verfahren Nebenwirkungen der Krebstherapie lindern und die Lebensqualität verbessern können.  

Gleichzeitig gilt: 

  • Komplementärmedizin ist kein Ersatz für die evidenzbasierte Tumortherapie. 
  • Die Annahme, komplementärmedizinische Methoden seien automatisch „natürlich“ und damit nebenwirkungsfrei, ist falsch. 
  • Pflanzliche Präparate können mit onkologischen Medikamenten wechselwirken (z. B. Johanniskraut, Vitamin-C-Präparate bei Strahlentherapie). 

Viele Betroffene sprechen ihre komplementärmedizinischen Ansätze nicht mit dem Behandlungsteam ab – aus Angst vor Ablehnung. Das ist problematisch, weil potenzielle Wechselwirkungen so unentdeckt bleiben. Das Behandlungsteam einzubeziehen, ist kein Verrat an eigenen Entscheidungen, sondern Sicherheit. 

Wie können seriöse Angebote im Bereich der Komplementärmedizin erkannt werden? 

Das Kompetenznetz KOKON (Deutsche Krebshilfe) hat Kriterien für seriöse Anbieter entwickelt. Offensichtlich nicht seriös sind Angebote mit folgendem Inhalt:  

  • Unrealistische Heilsversprechen oder Behauptungen, die Standardtherapie zu übertreffen 
  • Aktive Abratung von der ärztlichen Behandlung 
  • Forderung nach sehr hohen Kosten ohne Transparenz über Inhalte 
  • Fehlendes Fachkennzeichen, keine nachvollziehbaren Qualifikationen 

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