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Karzinomphobie

Karzinomphobie bezeichnet die krankhaft übersteigerte Angst vor einer eigenen Krebserkrankung. Der Begriff setzt sich im Griechischen folgendermaßen zusammen: karkínos („Krebs“) und phóbos („Furcht“). 

Wichtig: Karzinomphobie ist im klinischen Sinne keine klassische Phobie, sondern wird nach ICD-10 als hypochondrische Störung eingeordnet (F45.2). Betroffene sind nicht einfach „übertrieben ängstlich“, sondern leiden unter einer real belastenden psychischen Erkrankung. 

Was kennzeichnet die Karzinomphobie? 

  • Anhaltende, intensive Angst, an Krebs zu erkranken oder bereits erkrankt zu sein – trotz unauffälliger medizinischer Befunde 
  • Beharrliche Weigerung, ärztliche Entwarnung anzunehmen oder zu glauben 
  • Wiederholte Arztbesuche, intensive Selbstuntersuchungen oder – gegenteilig – völliges Vermeiden von medizinischen Kontakten aus Angst vor einer Diagnose 
  • Körperliche Beschwerden (Schlafstörungen, Anspannung, Erschwernis im Alltag), die durch die Angst ausgelöst oder verstärkt werden 
  • Erhebliche Beeinträchtigung im Alltag, in Beziehungen und ggf. bei der Arbeit 

Wer ist von Karzinomphobie betroffen – und warum? 

Krebsangst in einem gewissen Maß ist menschlich und weit verbreitet – gerade weil Krebs als bedrohlich, schmerzhaft und unberechenbar wahrgenommen wird. Zur klinisch relevanten Karzinomphobie wird sie, wenn die Angst überwältigend und unkontrollierbar wird und dauerhaft das Leben einschränkt. 

Besonders gefährdet können sein: 

  • Menschen mit nahen Angehörigen, die an Krebs erkrankt sind oder waren 
  • Personen mit früheren Krebserkrankungen – dann spricht man oft von Rezidivangst (Angst vor einem Rückfall), die ebenfalls psychoonkologisch relevant ist 
  • Menschen, die generell zu Gesundheitsangst oder hypochondrischen Mustern neigen 

Wie kann Karzinomphobie behandelt werden? 

Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn die Angst das tägliche Leben erheblich einschränkt. Folgende Therapieformen können hilfreich sein:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Hilft, irrationale Denkmuster zu erkennen, zu hinterfragen und zu verändern.
  • Psychoedukation: Sachliches Wissen über Krebserkrankungen und Risiken kann entlasten. 
  • Expositionsübungen: Gezielter, begleiteter Umgang mit angstauslösenden Situationen. 
  • Psychoonkologische Beratung: Speziell bei Rezidivangst oder nach einer Krebserkrankung empfohlen. 
  • Medikamentöse Unterstützung: In Einzelfällen zusätzlich möglich (z. B. Antidepressiva) – in Absprache mit Psychiater:in oder Hausarzt/Hausärztin. 

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