2 min

Kachexie

Kachexie bezeichnet einen starken, krankheitsbedingten Gewichtsverlust, bei dem nicht nur Fettgewebe, sondern vor allem Muskelmasse abgebaut wird. Bei Krebs spricht man von Tumorkachexie – sie ist keine bloße Folge von Appetitlosigkeit, sondern ein eigenständiges Syndrom, das durch den Tumor selbst ausgelöst wird. 

Wie entsteht Kachexie bei einer Krebserkrankung? 

Tumorzellen setzen entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine wie Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-1 und Interleukin-6) frei, die den Stoffwechsel grundlegend verändern. Der Körper beginnt, Muskeln und Fettgewebe abzubauen – auch wenn genügend Kalorien zugeführt werden. Mehr essen hilft deshalb nicht, um Kachexie auszugleichen. 

Besonders häufig tritt Kachexie bei Bauchspeicheldrüsen-, Magen-, Speiseröhren- und Lungentumoren auf. Laut aktuellen Schätzungen ist sie bei jedem fünften Krebstodesfall direkt mitverantwortlich. 

Wie zeigt sich Kachexie? 

  1. Prä-Kachexie: Erster ungewollter Gewichtsverlust, noch reversibel mit frühzeitiger Intervention. 
  2. Kachexie: Deutlicher Muskel- und Gewichtsverlust, vermindertes Ansprechen auf Therapien. 
  3. Refraktäre Kachexie: Fortgeschrittenes Stadium, in dem der Körper nicht mehr auf Ernährungsmaßnahmen anspricht. Ziel ist Symptomlinderung. 

Was hilft bei Kachexie? 

Eine Heilung der Kachexie ist bislang nicht möglich – die Forschung ist aber aktiv. Was heute unterstützen kann: 

  • Ernährungstherapie: Proteinreiche Ernährung, medizinische Trinknahrung, ausreichende Kalorienzufuhr – idealerweise begleitet von einer Diätolog:in oder Ernährungsmediziner:in. 
  • Bewegung: Kraft- und Ausdauerübungen können den Muskelabbau verlangsamen. 
  • Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D3: Werden als ergänzende Maßnahme eingesetzt. 
  • Symptomlinderung: Behandlung von Übelkeit, Schmerzen und anderen Begleitbeschwerden, die das Essen erschweren. 
  • Appetitanreger: In bestimmten Fällen medikamentös möglich – Entscheidung gemeinsam mit dem Behandlungsteam. 

Je früher Kachexie erkannt wird, desto mehr lässt sich dagegen tun. Patient:innen sollten ungewollten Gewichtsverlust immer ansprechen – auch wenn er schleichend beginnt. 

Jetzt teilen