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Helfersyndrom

Der Begriff „Helfersyndrom“ geht auf den Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer zurück. Er beschreibt ein psychologisches Verhaltensmuster, bei dem Menschen den dringenden Wunsch verspüren, anderen zu helfen – und dabei ihre eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Kräfte chronisch vernachlässigen. 

Insbesondere im Umfeld von schweren Erkrankungen wie Krebs betrifft das Helfersyndrom häufig Angehörige, Partner:innen oder Pflegepersonen. Der Wunsch, zu unterstützen, ist zwar gut gemeint, führt jedoch oft direkt in die Erschöpfung, wenn nicht man nicht auf sich achtet. 

Woran erkennt man das Helfersyndrom? 

  • Körperliche und seelische Signale ignorieren: Hilfe wird auch dann noch angeboten, wenn die eigenen Energiereserven längst aufgebraucht sind. 
  • Selbstwert über Hilfe definieren: Das eigene Selbstwertgefühl ist stark an die Rolle der „zu rettenden Person“ gekoppelt. Das Gefühl, gebraucht zu werden, wird zum zentralen Antrieb. 
  • Schwierigkeiten beim Neinsagen: Bitten um Unterstützung werden kaum abgelehnt – meist aus Angst vor Ablehnung, Konflikten oder wegen schlechten Gewissens. 
  • Verdrängung eigener Themen: Die Sorgen und Nöte anderer stehen so sehr im Mittelpunkt, dass eigene Ängste, Wünsche oder Überlastungen kaum mehr wahrgenommen werden. 

Die Folgen für Helfende und Erkrankte 

Wer dauerhaft über die eigenen Leistungsgrenzen hinaus hilft, manövriert sich schleichend ins Burnout oder eine emotionale Überlastung. 

Auch für die erkrankte Person kann das belastend sein. Wenn Angehörige nämlich unaufgefordert jede Aufgabe übernehmen, fühlen sich Betroffene mitunter bevormundet oder in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt. 

Wege aus der Helfersyndrom-Falle 

  • Grenzen ziehen: Ein „Nein“ zu einer Aufgabe kann oft auch ein notwendiges „Ja“ zur eigenen Gesundheit sein. 
  • Verantwortung teilen: Akzeptieren, dass man das Schicksal oder die Heilung einer nahestehenden Person nicht allein auf den eigenen Schultern tragen kann. Professionelle Pflegeangebote oder Hilfe aus dem Freundeskreis entlasten. 
  • Den Akku aufladen: Erholung und persönliche Auszeiten sind kein Egoismus, sondern die Voraussetzung, um überhaupt verlässlich unterstützen zu können. 

Hilfsbereitschaft ist fast immer eine wertvolle Eigenschaft. Aber wie so oft sind Extreme ungesund. Nur wer die eigenen Belastungsgrenzen achtet, kann für andere da sein, ohne sich selbst zu schaden. 

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