Onkolots:in
Onkolots:innen sind speziell qualifizierte Fachkräfte, die Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen durch das Versorgungssystem begleiten. Ziel ist es, Orientierung zu geben, Hürden abzubauen und die Versorgung zu koordinieren – damit Betroffene nicht allein alles organisieren und verstehen müssen.
Wichtig: Der Begriff „Onkolots:in“ bezeichnet konkret ein von der Deutschen Krebshilfe mitgefördertes Weiterbildungsprogramm. Davon zu unterscheiden sind ähnliche Rollen wie „Patientennavigator:in“ oder „Care Manager:in“ in verschiedenen Kliniken und Zentren.
Was machen Onkolots:innen konkret?
Je nach Angebot und Region kann das z. B. sein:
- Hilfe beim Verstehen von Behandlungsabläufen und nächsten Schritten
- Koordination von Terminen und Anlaufstellen (z. B. Psychoonkologie, Reha, Sozialdienst)
- Unterstützung bei organisatorischen Themen (Anträge, Nachsorge, Hilfsmittel)
- Lotsenfunktion zwischen Klinik, Praxis, Reha, Beratung, Pflege und Selbsthilfe
Onkolots:innen ersetzen nicht das ärztliche Team. Sie sind keine Zweitärzt:innen, sondern Struktur- und Orientierungsprofis.
Wann sind Onkolots:innen besonders hilfreich?
- Wenn viele Stellen beteiligt sind (Klinik, Praxis, Reha, Pflege, Kinderbetreuung, Job)
- Wenn du dich überfordert fühlst oder nicht weißt, wo du anfangen sollst
- Wenn Sprachbarrieren, psychische Belastung oder soziale Probleme dazukommen
Wo sind Onkolots:innen zu finden?
- In manchen Kliniken und Zentren gibt es Lots:innen direkt.
- Teilweise über das Programm „Onkolotse“ (Weiterbildungsinitiative) oder regionale Projekte.
- Anfrage beim Sozialdienst der behandelnden Klinik oder bei Krebsberatungsstellen.
Quellen:
- Was Onkolots:innen leisten und wie das Programm aufgebaut ist (Onkolotse.de)
- Patientenorientierung und Strukturziele im Nationalen Krebsplan (Bundesgesundheitsministerium)
- Einordnung des Nationalen Krebsplans zur Patientenorientierung (Krebsinformationsdienst, DKFZ)
- Psychosoziale Versorgung und Beratungsangebote bei Krebs (Deutsche Krebsgesellschaft)
