Menopause – wenn dein Körper plötzlich neue Regeln setzt
Mit der Menopause beginnt eine Umbauphase: hormonell, körperlich und emotional. Durch eine Krebserkrankung kommt dieser „Wechsel“ manchmal früher als gedacht. Was genau passiert, warum sich plötzlich alles anders anfühlt und was dir helfen kann, liest du hier.
Du bist hier richtig, wenn…
- du spürst, dass sich dein Körper verändert – und du endlich verstehen willst, was da los ist,
- du die Menopause natürlich oder durch Krebs früher erlebst und dich damit nicht allein fühlen willst,
- du ehrliche Infos suchst, ohne Panikmache.
Die Menopause ist kein Drama. Aber sie ist auch kein Spaziergang. Es ist diese Phase, in der dein Körper sagt: „So. Wir machen das jetzt anders.“ Ohne große Ankündigung, ohne Bedienungsanleitung. Und manchmal viel früher, als du gedacht hast, zum Beispiel durch eine Krebserkrankung oder deren Behandlung.
Wenn du das Gefühl hast, dein Körper spielt plötzlich ein Spiel, dessen Regeln du nicht kennst: Willkommen. Du bist nicht allein.
Was ist die Menopause eigentlich?
Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, sind eine mehrjährige Umbauphase. Dein Körper produziert nach und nach weniger Östrogen und Progesteron. Diese beiden Hormone steuern gemeinsam deinen Zyklus, schützen Knochen, Haut und Schleimhäute und haben Einfluss auf Stimmung und Energie. Sie sind also für weit mehr zuständig als nur die Periode.
Die Menopause selbst ist die letzte Regelblutung. Das weiß man allerdings erst rückblickend, wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr kam. Davor spricht man von Prämenopause, danach von Postmenopause. Eigentlich ganz logisch. Die meisten Frauen erleben das Ganze irgendwo zwischen Anfang und Mitte fünfzig.
Übersetzung von Fachchinesisch:
- Klimakterium = die komplette Zeit der Wechseljahre
- Prämenopause = die Phase, in der Hormone Achterbahn fahren
- Menopause = letzte Periode
- Postmenopause = das Leben danach
Warum plötzlich alles gleichzeitig verrückt spielt
Sinkt der Östrogenspiegel, reagiert der Körper. Manchmal subtil, manchmal sehr deutlich. Die Klassiker sind Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen und Schlafprobleme. Viele Frauen berichten auch von Stimmungsschwankungen, weniger Belastbarkeit, Gelenkschmerzen oder Gewichtszunahme. Haut und Schleimhäute werden trockener – was man spätestens dann merkt, wenn Sex plötzlich eher schmerzt.
Wie vielfältig die Menopause den Körper beeinflusst, hat auch die New York Times in ihrem Artikel „What Menopause Does to the Body“ anschaulich dargestellt – Schritt für Schritt durch den Körper. Wenn du dich durchscrollen möchtest, findest du den Link am Ende des Artikels.
Mögliche Symptome in der Menopause auf einen Blick
Die Menopause zeigt sich bei jeder Frau anders. Vielleicht erkennst du dich in ein paar Punkten wieder, vielleicht auch in keinem davon:
- Hitzewallungen und plötzliches Schwitzen
- Schlechteres Ein- oder Durchschlafen
- Stimmungsschwankungen, innere Unruhe oder depressive Phasen
- Anhaltende Erschöpfung oder Fatigue
- Konzentrationsprobleme oder „Watte im Kopf“
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Gewichtszunahme oder veränderte Körperform
- Scheidentrockenheit, Brennen oder Schmerzen beim Sex
- Empfindlichere Haut, Haarveränderungen oder Haarausfall
- Schwindel oder Kreislaufschwäche
- Herzklopfen oder das Gefühl, schneller gestresst zu sein
- Empfindliches oder blutendes Zahnfleisch
- Weniger Lust auf Sex/Intimität
Kurvenkratzer-Tipp:
Es kann hilfreich sein, die eigenen Symptome über eine Zeit lang zu notieren – zum Beispiel in einer App oder ganz klassisch auf Papier. Wann treten sie auf? Wie stark sind sie? Gibt es Muster? Das hilft dir, deinen Körper besser zu verstehen, das ärztliche Gespräch zu erleichtern und die Behandlung insgesamt zu verbessern.
Wichtig: Nicht auf jede Frau trifft alles zu und nicht immer sind automatisch „die Hormone“ schuld. Um die fünfzig verändert sich oft auch das Leben selbst – Job, Familie, Stresslevel, Selbstbild. Auch Ernährung, Schlaf, Entzündungen, Darmgesundheit oder Umweltfaktoren können Menopause-Symptome verstärken oder überhaupt erst auslösen. Eine ganzheitliche Betrachtung kann dabei helfen, den Körper und sein Umfeld als Ganzes zu begreifen und gezielt gegen vielschichtige Beschwerden vorzugehen.
Wenn die Menopause früher kommt
Manchmal kommt die Menopause nicht schleichend, sondern mit einem ordentlichen Knall. Chemotherapie, Strahlentherapie oder Bestrahlung des Unterbauchs, Operationen – wie z. B. eine Eierstockentfernung – oder eine antihormonelle Therapie können den Körper abrupt in die Wechseljahre schicken. Das betrifft vor allem Frauen mit Brustkrebs oder gynäkologischen Krebserkrankungen wie Eierstock– oder Gebärmutterkrebs.
Die Symptome sind dieselben wie bei einer natürlichen Menopause, fühlen sich aber oft intensiver an: heftigere Hitzewallungen, stärkere Gelenkschmerzen, ausgeprägte Scheidentrockenheit, emotionale Erschöpfung.
Frühe Menopause & Krebsrisiko
Einige Studien deuten darauf hin, dass eine natürlich sehr früh einsetzende Menopause (zum Beispiel vor dem 40. Lebensjahr) mit einem veränderten Risiko für bestimmte hormonabhängige Krebsarten wie Brust-, Eierstock- oder Gebärmutterkrebs verbunden sein kann. Eine Studie dazu verlinken wir dir am Ende des Artikels.
Wichtig dabei: Das bedeutet nicht, dass die frühe Menopause selbst Krebs verursacht. Wahrscheinlicher ist, dass gemeinsame hormonelle oder genetische Faktoren sowohl den frühen Wechsel als auch das Krebsrisiko beeinflussen. Die Forschung dazu ist komplex – und die Ergebnisse sind nicht für alle Frauen gleich.
Kurz gesagt: Ein Zusammenhang wird untersucht, aber Panik ist nicht angebracht. Entscheidend sind immer die individuelle Situation und eine gute ärztliche Begleitung.
Hormonersatztherapie – die große „Ja-Nein-Vielleicht“-Frage
Die Hormonersatztherapie (HRT) ist ein effektives Mittel gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Bei dieser Behandlung werden dem Körper Hormone – meist Östrogen allein oder in Kombination mit Progesteron/Gestagen – zugeführt, um Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Aber sie ist nicht für jede Frau geeignet.
Nach Brustkrebs raten Fachleute meist davon ab, weil sie das Rückfallrisiko erhöhen kann. Bei anderen Krebsarten kann eine HRT unter bestimmten Umständen möglich sein – immer individuell, immer ärztlich begleitet.
Schon gewusst?
Auch nach der Menopause produziert der Körper noch Mini-Mengen Östrogen – zum Beispiel in Fettgewebe, Haut oder den Nebennieren. Antihormonelle Krebstherapien blockieren auch diese Restproduktion. Deshalb können Beschwerden (wieder) auftreten oder sich verstärken.
Für Scheidentrockenheit gibt es eine Art Zwischenlösung. Welche genau? Das liest du auf der nächsten Seite.
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