Menopause – wenn dein Körper plötzlich neue Regeln setzt
Mit der Menopause beginnt eine Umbauphase: hormonell, körperlich und emotional. Durch eine Krebserkrankung kommt dieser „Wechsel“ manchmal früher als gedacht. Was genau passiert, warum sich plötzlich alles anders anfühlt und was dir helfen kann, liest du hier.
Seite 2/2: Auf dieser Seite erfährst du, ob Hausmittel bei Menopause helfen und was du gegen Scheidentrockenheit tun kannst.
Hausmittel bei Menopause
Traubensilberkerze, Johanniskraut, Rotklee, Leinsamen – das Internet liebt pflanzliche Lösungen für die Wechseljahre. Sie klingen sanft, hormonfrei und nach „kann ja nicht schaden“. Die Wissenschaft schaut da etwas nüchterner drauf.
Einige Frauen berichten, dass sie sich mit solchen Mitteln besser fühlen, zum Beispiel bei Hitzewallungen, innerer Unruhe oder Stimmungsschwankungen. Eindeutige wissenschaftliche Beweise für eine zuverlässige Wirkung gibt es aber oft nicht. Das heißt nicht, dass sie gar nichts bringen – aber eben auch nicht, dass sie automatisch helfen.
Besondere Vorsicht bei Johanniskraut: Es kann die Wirkung vieler Medikamente beeinflussen, weil es den Abbau von Arzneistoffen im Körper beschleunigt. Dazu gehören auch Krebsmedikamente und Antihormontherapien. Pflanzlich heißt also nicht automatisch harmlos – und schon gar nicht risikofrei. Deshalb gilt: Bitte nichts „Natürliches“ einnehmen, ohne es vorher ärztlich abzuklären, vor allem bei oder nach einer Krebserkrankung.
Was dagegen ziemlich verlässlich hilft, auch wenn es weniger sexy klingt als ein Wundertee: Bewegung, Entspannung, guter Schlaf und ein möglichst stressarmer Alltag. Keine schnelle Lösung, aber eine langfristige, damit du deinen Körper in dieser Phase bestmöglich unterstützen kannst.
Bewegung ist allerdings kein „Nice-to-have“. Regelmäßige Bewegung kann Hitzewallungen abmildern, die Stimmung stabilisieren, die Knochendichte schützen und bei Erschöpfung helfen – gerade nach oder während einer Krebserkrankung. Also schwing deinen Allerwertesten von der Couch, raus an die frische Luft.
Und wenn du davor noch schnell einen Artikel lesen möchtest, wie du Bewegung besser in deinen Alltag integrieren kannst: Kein Ding. Mit diesen 7 Tipps wirst du zum oder zur Alltagsathlet:in.
Scheidentrockenheit – bitte kein Tabu daraus machen
Wie wir jetzt wissen, verändert sich bei der Menopause nicht nur irgendetwas im Hintergrund, sondern ganz konkret auch die Haut im Intimbereich. Vagina und Vulva werden dünner, trockener und empfindlicher. Das kann sich anfühlen wie Trockenheit, Brennen oder Juckreiz – manchmal auch wie ein ständiges Reizgefühl, das einfach nicht weggeht.
Viele Frauen sprechen nicht darüber. Aus Scham, aus Unsicherheit oder weil sie denken: „Das gehört jetzt halt dazu.“ Tut es nicht. Und vor allem: Du musst da nicht still durch. Es gibt heute mehr Möglichkeiten denn je, Menopause-Beschwerden zu behandeln – hormonell und nicht-hormonell.
- Nicht-hormonelle Vaginalgele können Feuchtigkeit zurückbringen und die Schleimhäute schützen.
- Lokal angewendete, niedrig dosierte Hormontherapie bzw. Östrogencremes wirken vor Ort und gelten nach aktuellem Wissensstand als risikoarm – individuell und ärztlich entschieden, auch nach oder bei Krebs möglich.
- Beckenbodentraining kann die Muskulatur stärken und Beschwerden lindern.
- Sexualberatung oder offene Gespräche mit dem bzw. der Partner:inkönnen helfen, Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen und bewusster mit dem Thema umzugehen.
Und ganz wichtig, einmal klar gesagt: Sex „aushalten“ ist keine Lösung und keine Therapie. Schmerz ist kein Preis, den du zahlen musst, um Nähe zu erleben. Dein Körper darf sich gut anfühlen – auch in den Wechseljahren.
Gemeinsam durch die Wechseljahre
Die Menopause ist kein Defekt. Sie ist eine Umbruchphase, in der dein Körper neu sortiert, neu verhandelt, neu priorisiert. Manchmal sanft. Manchmal ziemlich laut. Und manchmal unter extrem unfairen Bedingungen. Aber: Du darfst dir Unterstützung holen, denn du bist nicht allein.
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In diesem Artikel hast du gelernt:
- Was Menopause, Klimakterium & Co. bedeuten und warum sich dein Körper gerade so anfühlt wie er sich anfühlt.
- Wie Krebstherapien die Wechseljahre beeinflussen können.
- Welche Behandlungs- und Unterstützungsoptionen es gibt – mit und ohne Hormone.
Weitere Links:
- Auf der Website des Krebsinformationsdiensts findest du mehr zum Thema Wechseljahrbeschwerden.
- Im Artikel „What Menopause does to the Body“, der New York Times wird bildlich veranschaulicht, was in deinem Körper während der Menopause Schritt für Schritt vorgeht.
- Du hast weitere Fragen zu den Wechseljahren, aber noch keine Antworten? Auf dem Online-Portal “Wechselweise” werden alle möglichen Themen rund um die Menopause behandelt.
- In dieser Studie der Endocrine Society erfährst du mehr über den Zusammenhang einer Krebserkrankung mit einer verfrühten Menopause.
Titelbild: Unsplash/Adam Davis
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