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Stimme aus der Community
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Bestrahlung und Klangschalen

Zwischen Frühjahrsputz, Informationshölle und gescheiterten Meditationsversuchen: In diesem sehr persönlichen Beitrag beschreibt unser Community-Mitglied Andrea Botos ihren Gemütszustand vor der ersten Bestrahlung – und wie sie schließlich ihren eigenen Weg fand, mit der Ungewissheit umzugehen.

Seite 2/2: Psst. Andrea erzählt gerade, wie sie es geschafft hat, die Informationsflut zu dämmen. 

Die unendlichen Abgründe des Internets 

Mir blieb noch etwas Zeit, also dachte ich, ich schaue mir wenigstens mal an, wie diese Bestrahlung funktioniert. Also wirklich funktioniert – das Funktionsprinzip interessiert mich, den Rest könnt ihr behalten. (Anm. Der Red.: Meint sie uns?? Wir wissen nämlich genau, wie die Strahlentherapie funktioniert. Lies nach!) Ich selektierte auch streng, welche Informationen ich an mich heranlasse und nur so viele, wie ich verkrafte. Ich werde nicht jeden Gruselschocker und heilungsverheißenden Wahnsinn aufsaugen, den die unendlichen Abgründe des Internets zu bieten haben.  

Nach dem Gespräch mit dem Professor entschieden Csaba und ich gemeinsam: Wir machen nur das, was vom Arzt abgesegnet wurde. Punkt.  

Mann und Frau ohne Haare
Gemeinsam durch die Wogen des Lebens. Andrea mit ihrem Ehemann Csaba. (Foto: Privat)

Wenn du einmal anfängst, im Netz zu stöbern, was ein:e Krebspatient:in essen soll, welche Wunderbeeren, Tropfen, Pilze oder Alternativtherapien es gibt, bricht die Informationshölle los. Man reißt nur noch den Kopf hin und her, während die Verzweiflung immer größer wird. Ich werde über niemanden den Stab brechen – jeder wählt nach seiner eigenen Überzeugung und seinem Glauben von diesem spirituellen Büfett. Aber man sollte wissen: Jeder Körper ist anders, jeder Tumor einzigartig, und jede Reaktion verschieden. Diese Einzigartigkeit bietet eine Chance zur Heilung – kann aber genauso unerwartete, negative Wendungen bringen.  

Wir entschieden uns schließlich für drei Vitamine. Csaba war mein Berater – natürlich alles mit dem Professor abgestimmt, und nach seinem Okay fing ich an, sie zu nehmen.  

Da weder Putzen noch Filmegucken mir inneren Frieden brachte, kehrte ich zu dem zurück, was mir schon immer geholfen hatte: zur Meditation. Früher hatte sie mir viel geholfen. Ich liebte es, mich zu sanfter Musik zu entspannen, die Gedanken auszuschalten und eins zu werden mit dem Nichts. Ich hatte meine Lieblingsmusik, hörte aber auch geführte Meditationen – strikt nur zur Entspannung. Jetzt aber hatte sich etwas verändert.  

Egal ob Vögel zwitscherten, der Bach rauschte, oder 669-Hz-Entspannungs- und 432-Hz-Regenerationsfrequenzen dröhnten – dieser ersehnte, friedliche Zustand wollte sich einfach nicht einstellen. Die Insel der Ruhe saß irgendwo in der Zimmerecke und lachte mich aus: „Haha, heute erreichst du mich sowieso nicht!“  

Ich hatte noch nie eine Klangschale 

Csaba merkte, dass es mir nicht gut ging, und versuchte zu helfen. Eines Morgens eröffnete er unseren gewohnten Gedankenaustausch so: „Hör zu, Schatz. Gestern Abend, als du schon geschlafen hast, habe ich nachgeschaut, womit man deine Anspannung etwas lösen könnte. Was hältst du von tibetischen Klangschalen?” „Ehrlich gesagt kenne ich sie nur vom Hörensagen”, antwortete ich. „Ich weiß, wie sie funktionieren, und ich mag ihren Klang.” „Ich finde, du solltest es versuchen, das lohnt sich. Ich habe schon eine bestellt.” „Oh, ich liebe dich, mein Schatz! Ich hatte noch nie eine Klangschale”, jubelte ich wie ein Kind.  

Und irgendwie hatte ich dann nicht eine, sondern gleich vier Klangschalen – und als sie erklangen…  

Das erste Klangschalen-Erlebnis… war wie eine seltsame Begegnung mit etwas Unbekanntem, das sich trotzdem vertraut anfühlte. Ich schlug den Rand an – nicht besonders geschickt, eher vorsichtig, damit ich nicht das Universum wecke oder irgendeinen Geist – und der Klang vibrierte durch den Raum, als würde ein buddhistischer Mönch beim Meditieren versehentlich die Waschmaschine anstellen 

Die Kraft des Klangs 

Es passierte nichts Spektakuläres. Keine Engel flogen von der Decke, und das Chi strömte auch nicht durch meinen Körper, aber… irgendetwas bewegte sich in mir. Für einen Moment wurde es still – auch in mir. Keine große, dramatische Stille. Eher wie wenn ein Kind endlich mit dem Trotzanfall aufhört und anfängt, neugierig zu schauen.  

Wenn ich mal wieder angespannter war als nötig, sagte Csaba immer nur lächelnd: „Gong doch mal ’ne Runde, Süße.”  

Und ja, in solchen Momenten fand ich wieder zu mir zurück. Für einen Moment 

Frau mit kurzen blonden Harren, sitzend, s/w
Andrea aktuell. (Foto: Privat)

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Dieser Artikel stammt von einem Mitglied unserer Community. Texte von externen Autor:innen müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

Titelbild: Privat/Andrea Botos

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