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Teil 1: Diagnose: Krebs – und was nun?
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Sieben Tipps, um sicher durch die Krebsdiagnose zu kommen

Krebsdiagnose – und plötzlich ist alles anders. Diese sieben Tipps helfen dir, im Chaos von Erstuntersuchung, Diagnose und Befund Halt und Kraft zu finden.

Seite 2/2: Hier haben wir noch ein paar Tipps für dich, um gut durch die Zeit der Krebsdiagnose zu kommen.

4. Informationssuche

Am besten suchst du dir eine medizinische Vertrauensperson, die dir bei deinen Fragen und Entscheidungen zur Seite steht. Nutze die Akutberatung von Krebshilfe-Organisationen, die dir umfassende Informationen und Unterstützung bieten. Diese Organisationen stellen dir gesicherte Auskünfte zur Verfügung, häufig auch über Broschüren, die in Kliniken ausliegen. Sie sind meist telefonisch und per E-Mail erreichbar und verfügen über ein Netzwerk regionaler Beratungsstellen.

Ergänzend dazu können Selbsthilfegruppen sowie psychosoziale und psychoonkologische Angebote wertvolle Unterstützung bieten. Bei der Recherche im Internet solltest du ausschließlich auf qualitätsgesicherte und evidenzbasierte Inhalte vertrauen.

Tipps für deine Recherche und die Einholung von Zweitmeinungen findest du im Kurvenkratzer-Magazin: „Gezielt informieren nach der Diagnose von Krebs“.

Pro-Tipp: Anlaufstellen

Erspare dir die langwierige Suche nach geeigneten Anlaufstellen: wir haben für dich alle relevaten Anlaufstellen zusammengetragen.

5. Welche Lebensbereiche verändern sich nun?

Deine Krebserkrankung kann verschiedene Bereiche deines Lebens beeinflussen: Familie, Freundeskreis, Arbeit, Hobbys, Vereine. Was kannst du fortführen? Was möchtest du vorerst auf Eis legen? Brauchst du eine Krankschreibung? Wie viel sollte dein Arbeitgeber wissen? Wie kannst du deine Beziehung und Zeit mit den Kindern pflegen? Welche Treffen mit Freund:innen willst du weiterhin besuchen? Welche Termine kannst du wahrnehmen? Wie ändern sich deine Hobbys?

Auch mit Krebsdiagnose solltest du deiner Freizeit genügend Raum geben.

6. Austausch mit Gleichgesinnten

Der Kontakt zu anderen, die ähnliche Erfahrungen mit Krebs gemacht haben, kann während der Diagnose und Behandlung äußerst wertvoll sein. Solche Gleichgesinnten findest du in Selbsthilfegruppen oder auf Plattformen für Krebsblogs, wie InfluCancer.com.

Krebsblogger teilen offen ihre persönlichen Erlebnisse, von körperlichem Befinden bis zu Behandlungsstrategien. Ihre Berichte bieten nicht nur Trost und Ermutigung, sondern auch wertvolle Einblicke und Ratschläge. Diese Blogs ermöglichen es dir, umfassende Informationen zu sammeln und den Austausch mit anderen Betroffenen zu fördern. So stärkst du deine Gesundheitskompetenz, entwickelst dich zum mündigen Patienten und gehst den schwierigen Weg gemeinsam mit anderen.

Grafitti
Nimm dir die Zeit und Freiheit, deine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen, zu achten und ihnen nachzugehen. (Foto: Pixabay/Herbert2)

7. Keine Notwendigkeit, normal weiterzumachen

Du musst nicht so weitermachen wie zuvor. Niemand erwartet das von dir. Wenn dir deine gewohnten Strukturen und Routinen Halt geben, spricht nichts dagegen, diese beizubehalten. Denke jedoch daran, dass sich durch die Krebserkrankung einige Rahmenbedingungen ändern können. Untersuchungstermine, Befundbesprechungen, Therapien, Klinikaufenthalte und mögliche körperliche Einschränkungen könnten es dir erschweren, alles wie gewohnt fortzuführen.

Wenn dir die Krankheit eines beibringen soll, dann das: Du bist jetzt an erster Stelle. Nimm dir die Zeit und Freiheit, deine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen, zu achten und ihnen nachzugehen.

Checkliste: Was tun nach einer Krebsdiagnose?

  1. Entspann dich (z. B. mit Atembeobachtung).
  2. Halte alles Wichtige in einem Notizbuch fest.
  3. Aktiviere diene Basis-Crew und sprich mit den wichtigsten Personen über deine Diagnose.
  4. Informiere dich, aber checke deine Quellen auf Herz und Nieren.
  5. Mach dir die Änderungen in deinem Leben bewusst und integriere sie Schritt für Schritt.
  6. Suche die Verbindung zu Gleichgesinnten.
  7. Du musst nicht normal weitermachen.
Treppenstufen mit Wörtern Step by Step
Schritt für Schritt durch die Therapie und die Herausforderungen der Krebserkrankung. (Foto: Pixabay/Geralt)

Bleib stark!

Wichtig ist, dass du alles dafür tust, dich in der neuen Situation so weit zurechtzufinden, damit du aktiv Entscheidungen treffen kannst. Lerne, mit Ärzt:innen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Gemeinsam werdet ihr die beste Behandlung festlegen und Schritt für Schritt wirst du den Weg zu deinem persönlichen Gipfel beschreiten.

Wir von Kurvenkratzer wünschen dir Zuversicht und Energie für diese herausfordernde Zeit.

Quellen und weiterführende Links

Dieser Artikel entstand unter der Mitarbeit von Alexander Greiner und Dürten Reimer, auf Basis des Begleitbuches „Mein Krebs-Buddy“.

Titelfoto: Unsplash/prometheus

Über die Serie

Eine Krebsdiagnose schlägt wie ein riesiger Meteorit in das Leben von Betroffenen und Angehörigen ein. Wer damit konfrontiert wird, weiß im ersten Moment nicht, wie mit der neuen Situation umzugehen ist. Das ist komplett normal. Bisher schien alles so toll in geradlinigen Bahnen zu verlaufen. Nun sind vom einen auf den anderen Tag die Prioritäten total verschoben.

Kurvenkratzer reicht dir mit dieser Checklisten-Serie Tipps für die Bewältigung des Schocks. Wir haben praxiserprobte Hilfestellungen für die häufigsten Situationen während einer Krebserkrankung für dich auf Lager – vom medizinischen Gespräch bei der Diagnosestellung bis zum Reha-Aufenthalt in der Nachsorgephase. Und wir geben Impulse, wie dir ein achtsamer Umgang mit der Erkrankung gelingt.

Bitte beachte: Krebs ist höchst individuell. Die auf diesen Seiten enthaltenen Informationen stellen keine verbindliche und vollumfängliche medizinische Auskunft dar. Bitte berate dich betreffend deiner Therapieentscheidung jedenfalls mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Kurvenkratzer übernimmt keine Haftung für Fehlbehandlungen.

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