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Patient:innenanwaltschaft

Patient:innenanwaltschaften sind in Österreichs Bundesländern zentrale Anlaufstellen für Patient:innen von Gesundheitseinrichtungen und Bewohner:innen von Langzeitpflegeeinrichtungen sowie deren Vertrauenspersonen und Angestellte dieser Institutionen. Sie sind als unabhängige Interessensvertretungen gesetzlich verankert, unterscheiden sich jedoch maßgeblich von der patient:innengetriebenen Interessensvertretung (siehe unten). 

Die Aufgabe von Patient:innenanwaltschaften ist es, über Patient:innenrechte zu informieren, über Mängel und Missstände aufzuklären und bei Konflikten zu vermitteln. 

Zudem bietet sie Patient:innen, pflegebedürftigen Menschen und/oder deren Vertrauenspersonen Beratung und Unterstützung. Werden medizinische oder pflegerische Behandlungsfehler vermutet, Mängel oder Missstände gemeldet, werden diese geprüft und Lösungsvorschläge angeboten. Angestrebt wird immer eine außergerichtliche Einigung. 

Das Feedback von einer Patient:innenanwaltschaft an die gemeldeten Einrichtungen kann als ein Beitrag externer Qualitätssicherung gesehen werden. 

Für welche konkreten Institutionen können bei einer Patient:innenanwaltschaft Meldungen angebracht werden? 

Eine Patient:innenanwaltschaft nimmt Meldungen, Anregungen und Beschwerden über Kliniken, medizinische Einrichtungen, Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, niedergelassene Ärzt:innen, Zahnärzt:innen, Rehabilitationszentren, Rettungswesen und der Hauskrankenpflege entgegen und bearbeitet diese. 

Was ist der Unterschied zur patient:innengetriebenen Interessenvertretung? 

Der Fokus in der patient:innengetriebenen Interessenvertretung (Patient Advocates) liegt auf der Verbesserung der Gesamtsituationen von Patient:innen. Ziel ist es, die Interessen und Lebensrealitäten von Patient:innen vor gesundheitspolitischen und medizinischen Gremien sichtbar zu machen, Entscheidungen mitzugestalten und so ihre Situation zu verbessern.

Anliegen sind etwa mehr Transparenz, eine bessere Behandlungsqualität und Versorgung, Zugang zu innovativen Lösungen, patient:innenzentrierte Studiendesigns, höhere Lebensqualität, Bewusstseinsbildung für die Patient:innensicht, Mitspracherecht, Gesundheitsdaten, Mündigkeit, Handlungskompetenz, Selbstbestimmung, und viel mehr. Patient Advocates stehen als Bindeglied zwischen Politik, Forschung, Industrie und den Betroffenen.

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