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Mit Kindern über Krebs reden – 7 Beispiele

Mit Kindern über Krebs zu sprechen, ist keine einfache Sache. Sie sollen nicht überfordert werden, auf der anderen Seite verdienen sie die Wahrheit. Wir haben sieben Beispielsätze für dich, was du sagen kannst.

Du bist hier richtig, wenn…

  • du wissen willst, wie du mit deinen Kindern über Krebs sprechen kannst,
  • du konkrete Beispiele für ein Gespräch lesen willst,
  • du eine praktische Checkliste dafür suchst.

Niemand behauptet, dass Gespräche mit Kindern immer leicht sind. Oft scheinen sie in ihrer ganz eigenen Welt zu leben – und das tun sie auch. In dieser Welt spricht der Plüsch-Schneemann, und der Tyrannosaurus Rex springt direkt vom Poster auf den Boden des Kinderzimmers.

Bei älteren „Kindern“ fällt dann vielleicht auch mal eine Tür ins Schloss – als unmissverständliches Zeichen, dass hier eine eigene Welt verteidigt wird. Und doch: In jeder dieser Welten bilden die Eltern das Zentrum.

Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, entstehen – wie bei uns Erwachsenen – plötzlich übermächtige Sorgen und existenzielle Ängste. Kinder spüren sehr genau, welchen Raum das neue Familienmitglied Krebs abrupt einnimmt. Gerade jetzt, mitten im eigenen Gefühlschaos, ist es wichtiger denn je, offen und ehrlich mit ihnen zu sprechen.

Mann mit Kind auf den Schultern.
Je nach Alter macht es einen Unterschied, wie mit Kindern über Krebs gesprochen wird. Eine Dreijährige braucht andere Worte als ein Zehnjähriger. (Foto: Pexels/Vlada Karpovich)

Checkliste: 7 Beispiele, wie du über Krebs sprechen kannst

1. Wie du über die Krankheit sprichst
Don’t: „Der Papa hat nur ein schlimmes Wehweh.“
Do: „Papa hat Krebs. Das ist eine ernste Krankheit.“

Laut Psychoonkolog:innen sollte Krebs unbedingt beim Namen genannt werden. Umschreibungen oder Verniedlichungen fördern die gesellschaftliche Tabuisierung und machen die Krankheit oft noch bedrohlicher.

2. Wie du Behandlungen erklärst
Don’t: „Die Mama muss ein paar Tage weg, aber nachher ist eh wieder alles wie vorher.“
Do: „Mama hat Krebs in der Brust und muss deshalb operiert werden.“

Jüngere Kinder verstehen das Wort „Operation“ oft noch nicht. Du kannst stattdessen sagen: „Im Körper von Mama ist etwas kaputt, das die Ärzt:innen reparieren müssen.“ Auch ein Bilderbuch oder ein Spiel mit dem Arztkoffer kann helfen, das besser zu begreifen.

3. Wie du mit Gefühlen umgehst
Don’t: „Du musst jetzt ganz stark sein.“
Do: „Es ist völlig in Ordnung, wenn du traurig bist oder dir Sorgen machst. Uns geht es genauso.“

4. Wie du Offenheit ermöglichst
Don’t: „Stell nicht so viele Fragen.“
Do: „Wenn du etwas über den Krebs wissen möchtest, frag uns ruhig. Vielleicht können wir nicht alles beantworten, aber wir versuchen es.“

5. Wie du deinen Rückzugsbedarf erklärst
Don’t: „Du musst mich in Ruhe lassen.“
Do: „Ich habe gerade eine Chemotherapie (oder Operation) hinter mir und brauche etwas Ruhe für mich.“

Wenn jemand anderes in der Familie einspringt, kannst du ergänzen: „Oma, Opa oder deine große Schwester sind jetzt für dich da und spielen gern mit dir.“

6. Wie du Schuldgefühle vermeidest
Don’t: „Weil du nicht brav warst, ist die Mama jetzt krank.“
Do: „Du bist nicht schuld daran, dass Mama Krebs hat. Niemand kann etwas dafür, dass sie krank geworden ist.“

7. Wie du Ängste ansprichst

Don’t: „Du musst keine Angst haben.“
Do: „Ich habe auch Angst und mache mir Sorgen. Aber wir sind nicht allein – wir schaffen das zusammen.“

Wie sage ich meinen Kindern, dass ich Krebs habe?

Mit ihren besonders feinfühligen Antennen merken Kinder sofort, wenn etwas nicht stimmt. Daher sollten sie, wenn es zu einem Krebsfall in der Familie gekommen ist, unbedingt eingebunden werden. Vor allem, wenn ein Elternteil betroffen ist. Denn auch die vierjährige Tochter hat das Recht auf Information.

Was du im Gespräch mit Kindern über Krebs im Detail beachten solltest, haben wir in diesem Beitrag unserer Checklistenserie zusammengefasst: „Krebserkrankt als Elternteil – So sagst du es deinen Kindern“.

Frau mit Kind drücken liebevoll die Stirn aneinander.
Existenzsorgen und Verlustängste können bei der Krebserkrankung eines Elternteils einschneidend wirken. Besonders jetzt ist es wichtig, Kindern Geborgenheit zu vermitteln. (Foto: Unsplash/Bruno Nascimento)

Quellen und weiterführende Links:

Zum Weiterlesen

Dieser Artikel entstand unter der Mitarbeit von Alexander Greiner.

Titelfoto: Unsplash/Xavier Mouton Photographie

Über die Serie

Eine Krebsdiagnose schlägt wie ein riesiger Meteorit in das Leben von Betroffenen und Angehörigen ein. Wer damit konfrontiert wird, weiß im ersten Moment nicht, wie mit der neuen Situation umzugehen ist. Das ist komplett normal. Bisher schien alles so toll in geradlinigen Bahnen zu verlaufen. Nun sind vom einen auf den anderen Tag die Prioritäten total verschoben.

Kurvenkratzer reicht dir mit dieser Checklisten-Serie Tipps für die Bewältigung des Schocks. Wir haben praxiserprobte Hilfestellungen für die häufigsten Situationen während einer Krebserkrankung für dich auf Lager – vom medizinischen Gespräch bei der Diagnosestellung bis zum Reha-Aufenthalt in der Nachsorgephase. Und wir geben Impulse, wie dir ein achtsamer Umgang mit der Erkrankung gelingt.

Bitte beachte: Krebs ist höchst individuell. Die auf diesen Seiten enthaltenen Informationen stellen keine verbindliche und vollumfängliche medizinische Auskunft dar. Bitte berate dich betreffend deiner Therapieentscheidung jedenfalls mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Kurvenkratzer übernimmt keine Haftung für Fehlbehandlungen.

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