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Heilpflanze Arnika
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Arnika – Gift und Arzneimittel zugleich

Mit ihren gelben Blüten strahlt sie wie die Sonne. Ab Juni ist es wieder so weit und die Arnika kann in voller Pracht bewundert werden. Sie kann aber mehr als nur schön auszusehen. Wir verraten dir, was in ihr steckt.

In diesem Artikel erwarten dich:

  • Infos, wie und warum Arnika heilend sein kann
  • Tipps für Anwendungsgebiete der Pflanze
  • eine Aufklärung, warum die Pflanze giftig ist
  • Infos über den Anbau im eigenen Garten
  • ein Rezept, wie du eine Arnikacreme selbst herstellen kannst

Hexen haben Angst vor ihr

In der Pflanze muss wohl ein wenig Magie stecken. Vielleicht glaubte man früher deshalb, sie könne einen Blitzschlag oder einen bösen Hexenzauber abwenden. Schon seit dem Mittelalter gilt die Arnika als Heilpflanze und sie wurde bei den unterschiedlichsten Symptomen eingesetzt.

Im 18. Jahrhundert war sie sogar unter dem Begriff Panacea lapsorum bekannt. Panacea bedeutet „Wundermittel, das alle Krankheiten heilen kann“. So weit wollen wir hier nicht gehen, aber sie kann schon einiges.

Arnika Superfood Infos
Alle wichtigen Infos über die Arnika. (Foto: Kurvenkratzer)

VIP – Very Important Pflanze

Die Arnica Montana, sie wird auch Bergarnika oder echte Arnika genannt, kommt aus der Familie der Korbblütler. Und wenn du sie pflücken willst, gibt sie dir tatsächlich einen Korb. Das ist nämlich verboten. Du fragst dich warum? Das erzählen wir dir weiter unten.

Wie das Anpflanzen im Garten am besten klappt, zeigen wir dir daher auch später. Zur Verwendung kommen in der Regel die ganzen oder teilweise verfallenen getrockneten Blütenstände. Diese kannst du entweder selbst in deinem Garten pflücken oder fertig kaufen.

In manchen Fällen wird auch die Wurzel der Heilpflanze verwendet, das ist aber weniger gebräuchlich. Die Blüten werden dann in den meisten Fällen zu Extrakten und Tinkturen verarbeitet.

In den Blüten der Pflanze findest du wichtige Stoffe, die eine heilende Wirkung haben. Ein wichtiger Bestandteil sind zum Beispiel Sesquiterpenlactone. (Hey, ein neues Wort für die nächste Runde Hangman!) Diese Stoffe sind typisch für Pflanzen der Korbblütler-Familie. Sie üben dort die Funktion der Abwehrstoffe aus und wirken giftig auf Bakterien, Pilze, Würmer, Parasiten aber auch auf Säugetiere.

Die entzündungshemmende Wirkung der Arnika ist ebenfalls auf Sesquiterpenlactone zurückzuführen. Auch andere Pflanzen mit entzündungshemmenden Eigenschaften aus Südamerika und Asien besitzen diesen Inhaltsstoff.

Heilkristalle
Die heilende Wirkung der Kristalle setzt nicht ein? Versuch es doch mit Arnika. (Foto: Pexels/Alina Vilchenko)

Arnika: Von Entspannung bis hin zu Krebs

Aus den Blüten der Heilpflanze kann das ätherische Arnikaöl produziert werden. Aus 400 Kilogramm getrockneter Blüten wird etwa ein Kilogramm Öl gewonnen. Als Raumduft wird das Öl allerdings nicht wirklich verwendet. Es riecht bitter und würzig und hat daher eine eher medizinische Duftnote.

Dennoch gehört das Öl zu den bekanntesten seiner Art. Es wird für Salben, Tinkturen, in Kompressen oder in Cremes verwendet.

Du hast beim Gehen wieder zu viel Kurvenkratzer am Handy gelesen und bist deswegen hingefallen? Keine Sorge, Arnika kann dir hier helfen. Man verwendet die Heilpflanze bei Schmerzen durch Prellungen, Verstauchungen oder um Blutergüsse zu mildern. Auch bei Entzündungen kann die Blume hilfreich sein. Sie kann diese begrenzen oder sogar ganz verhindern.

Das Öl der Arnikablüten kann zudem für alle nützlich sein, die unter rheumatischen Erkrankungen leiden – hier kann Arnika Schmerzen lindern. Auch bei Insektenstichen findet die Pflanze Anwendung, da sie abschwellend und entzündungshemmend wirkt. Arnika hat außerdem eine revitalisierende Wirkung und wird deshalb gerne für Massageöle verwendet. So sollen Verspannungen gelöst und eventuelle Muskelkater vorgebeugt werden.

Als kühlendes Gel ist Arnika außerdem der ideale Begleiter bei einer Strahlentherapie. Bei dieser Behandlungsform kommt es überwiegend zu Verletzungen der Haut und der Schleimhäute. Unangenehme Entzündungen bis hin zu Verbrennungen können entstehen. Hier kann Arnika helfen, die Haut zu beruhigen und wirkt  selbst bei starken Schäden und Verbrennungen abschwellend.

Hund
Arnika: perfekt für eine kleine Massage. (Foto: Pixabay/Caity)

Auf der nächsten Seite erfährst du, wie du Arnika für die äußerliche Anwendung selbst anbauen und verarbeiten kannst. 

Über die Serie

Putzmittel, Kosmetik oder natürliche Arzneimittel selbst herstellen? Gar kein Problem. Denn du hast wahrscheinlich alles dafür im Küchenschrank! Die Natur hat uns zahlreiche kleine Helferlein geschenkt, die bereits unserer Großeltern zu schätzen wussten – und genau die stellen wir in der Serie „Aus Omas Küchenschrank“ vor. Feier mit uns die Renaissance des Küchenschranks und erleichtere deinen Alltag mit unseren nützlichen Tipps, How-tos und Lifehacks.

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