Coping
Der Begriff Coping beschreibt in der Psychologie den Umgang von Menschen mit belastenden, überfordernden oder einschneidenden Lebenssituationen. Dazu zählen unter anderem schwere Erkrankungen, chronische Beschwerden, Verlusterfahrungen oder anhaltender Stress.
Coping meint dabei keine einzelne Handlung, sondern die Gesamtheit aller Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, mit denen Betroffene versuchen, mit einer Belastung umzugehen und ihr inneres Gleichgewicht zu stabilisieren.
Wie entsteht Coping?
Belastende Situationen bringen Menschen aus ihrem gewohnten emotionalen Gleichgewicht. Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Überforderung oder Kontrollverlust können entstehen. Um mit dieser Situation umzugehen, entwickeln Menschen – bewusst oder unbewusst – Copingstrategien.
Diese Strategien können sich beziehen auf:
- das Problem selbst (z. B. Informationen einholen, Entscheidungen treffen),
- die eigenen Gefühle (z. B. Trauer zulassen, Gefühle regulieren),
- oder das eigene Verhalten (z. B. aktiv werden oder Rückzug).
Welche Copingstrategien genutzt werden, hängt unter anderem von persönlichen Erfahrungen, vorhandenen Ressourcen, dem sozialen Umfeld und der aktuellen Lebenssituation ab.
Welche Copingstrategien gibt es?
In der Psychologie wird häufig zwischen adaptiven und maladaptiven Copingstrategien unterschieden.
Was ist adaptives Coping?
Bei adaptivem Coping versucht die betroffene Person, die belastende Situation aktiv zu bewältigen oder konstruktiv zu verarbeiten. Ziel ist es, mit der Realität umzugehen, statt sie zu vermeiden.
Dazu gehören zum Beispiel:
- aktives Problemlösen,
- das Annehmen von Unterstützung,
- der bewusste Umgang mit Gefühlen,
- das Entwickeln neuer Perspektiven,
- Selbstfürsorge und Stärkung eigener Ressourcen.
Adaptive Copingstrategien können dazu beitragen, die psychische Widerstandskraft (Resilienz) zu fördern und langfristig besser mit Belastungen zu leben – auch dann, wenn sich die Situation selbst nicht vollständig verändern lässt.
Was ist maladaptives Coping?
Bei maladaptivem Coping versucht die betroffene Person, der belastenden Situation auszuweichen oder sie zu verdrängen. Diese Strategien können kurzfristig entlasten, führen jedoch langfristig meist nicht zu einer Verbesserung der Situation.
Beispiele für maladaptives Coping sind:
- Vermeidung oder Verdrängung,
- sozialer Rückzug,
- das Unterdrücken von Gefühlen,
- riskantes oder selbstschädigendes Verhalten.
Da das eigentliche Problem nicht bearbeitet wird, kann sich die psychische Belastung verstärken. Maladaptives Coping ist keine Schwäche, sondern häufig ein Hinweis darauf, dass die Belastung die aktuell verfügbaren Ressourcen übersteigt.
Kann man Coping lernen?
Copingstrategien sind veränderbar und erlernbar. Was in einer frühen Phase einer Erkrankung hilfreich war, kann später hinderlich sein – und umgekehrt. Psychologische oder psychoonkologische Unterstützung kann helfen, eigene Copingmuster zu erkennen und hilfreiche Strategien weiterzuentwickeln.
